Donnerstag, 20. Juni 2019

Weniger als eine Woche übrig... / Less than a week left....

(English version at the bottom of the German version)

Hallo Ihr Lieben, 

Wie ihr schon im Titel erkennen könnt, ist mein Auslandsjahr bald vorbei. In circa einer Woche werde ich das erste Mal nach mehr als 10 Monaten wieder deutschen Boden betreten und meine Familie und Freunde sehen.


Es ist schon seltsam wie schnell die Zeit vergangen ist. Bin ich nicht erst gestern total übermüdet aus dem Flugzeug gestiegen? So kommt es mir auf jeden Fall vor. Ich hatte die ganze Familie an Thanksgiving kennengelernt, was nun auch schon 6 Monate her ist, und unser Roadtrip nach Florida über Weihnachten ist auch schon wieder so lange her. Es ist einfach unglaublich.

Talking about road trips...

Wenn man auf einem Roadtrip ist, hat man viel Zeit zum Nachdenken. Vor ein paar Wochen am Memorial Day Weekend bin ich von einem vergleichsweise kleinen Trip wieder zurück gekommen. Am Sonntag morgen von Chicago nach Alma, Michigan, wo die "City of Chicago Pipe Band", in der meine Gastschwester spielt, während der "Highland Games" gegen andere Bands der Region angetreten ist und in ihrer Klasse gewonnen hat. 
Anschließend sind wir bis nach Traverse City, Michigan gefahren, wo wir uns den Sonnenuntergang am Lake Michigan angesehen haben und dann Richtung Ludington, Michigan weitergefahren sind, um in einem Hotel zu übernachten. Am Montag morgen sind wir zurück gefahren  haben auf dem Weg an den "Silver Dunes" gestoppt und eine Buggy Tour gemacht, waren Mittagessen in St. Joseph, bevor wir nach regnerischen Wetter in Indiana wieder in Chicago waren, wo es wahrscheinlich noch mehr geregnet hat.

Seitdem habe ich wieder so viel erlebt, ich hatte meinen letzten Schultag, Prom und bei der Graduation durfte ich wenigstens als Mitglied des Chores sein. Wir haben ein paar Theaterstücke gesehen, ich habe angefangen zu lernen, wie man Tennis spielt, und erst heute haben wir uns von einem "Gedankenleser" verblüffen lassen. Ich könnte einfach so weitermachen und aufzählen, was seit meinem letzten Blogpost alles so passiert ist, allerdings ist es zu schwierig (und wahrscheinlich langweilig) alles beim Namen zu nennen und außerdem ist es so schwierig freie Zeit und Motivation zum Schreiben zu finden (23 Uhr abends + ein Hauch von Inspiration + ein vor einem Monat angefangener Blogpost). Meine Gastfamilie hält mich beschäftigt in den letzten Tagen, so dass ich kaum noch weiß, wann ich die Zeit dafür finden soll meinen Koffer zu packen. Das Kofferpacken lässt für mich alles real werden, deshalb zögere ich es auch so weit raus. Ich werde neue Dinge und neue Erfahrungen in mein einst gewohntes Umfeld bringen. Wird es einfach sein das Neue in das Gewohnte zu weben? Wieder dort weiterzumachen, wo ich aufgehört habe? Es ist eine Menge über was ich gerade nachdenke und ich glaube, dass es vielen anderen Austauschschüler*innen auch so geht. Aber dieses Gedankenkarussell mit endlosen Fragen hört einfach nicht auf sich zu drehen. Und mal wieder sollte ich mich einfach zurücklehnen und sehen, was auf mich zukommt, noch nicht an Montag denken oder an den achtstündigen Flug. Bis jetzt hat alles auf diese Art und Weise funktioniert und es wird auch weiterhin so klappen. 

Ich habe oft die Frage gestellt bekommen, ob ich aufgeregt wäre wieder nach Hause zu fliegen oder traurig wäre Chicago zu verlassen. Beides ist wahr. Auf der einen Seite kann ich es kaum erwarten nach Hause zu fliegen um meine Familie und Freunde, meine Stadt und meine Schule (ich meine, was ich sage) wiederzusehen, während es mir auf der anderen Seite schwer fällt meine zweite Heimat, meine zweite Familie und meine neuen Freunde zu verlassen. Ich weiß, dass es eine große Umstellung sein wird, aber auch die werde ich meistern. Diese Erfahrungen und Erinnerungen werden mich ein Leben lang begleiten und haben mich verändert. Es mag sein, dass andere Leute die Veränderungen als geringer wahrnehmen als ich, aber sie sind da. 

Kurzer Überblick der mehr oder weniger offensichtlichen Veränderungen / persönliche Offenbarungen:

1. Haar ist kürzer (obwohl ich nie daran wollte)
2. Chor & Yoga sind wichtige Teile meines Lebens geworden
3. Ich liebe Katzen :')
4. Ich brauche guten ÖPNV oder ein Auto + Fahrerlaubnis 
5. Ich kann kochen und das ohne die Küche abzufackeln
6. Wenn ich etwas wirklich will, dann arbeite ich bis zum geht nicht mehr + Aufgeben ist keine Option
7. Literatur zu analysieren kann Spaß machen
8. An einem Schultag vor 22 Uhr schlafen gehen, kann Wunder bewirken
9. Es gibt Mathelehrer*innen, die ihren Beruf lieben und es auch den Schüler*innen zeigen
10. Ich habe nun ein Dutzend neuer Reiseziele auf meiner to-do-Liste (Tunesien, Ghana, Schweiz,...)

Ich danke allen, die diesen Weg mit mir gegangen sind und die mich immer unterstützt haben, ob vor Ort oder von zu Hause aus! Ohne Euch wäre das nicht möglich gewesen! (Ich könnte wahrscheinlich einhundert Namen hier nennen und es wäre dennoch nicht genug).

Ich hoffe, dass Euch dieser Blogpost gefallen hat und Euch geholfen hat, meine Gedankenwelt besser zu verstehen. Der nächste Blogpost wird wahrscheinlich aus Deutschland kommen und sich mit wahrscheinlich allem Möglichen beschäftigen.

Bis dahin mit letzten Grüßen aus Chicago!

Eure Sarah


25. Juni - Flug ORD - IAD
26. Juni - Flug IAD - FRA
27. Juni - Flug FRA - TXL

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Hello my dearest readers,

As you can read in the title, my year abroad is almost over. In about a week, I will step on German soil for the first time after more than ten months and see my family and friends.

It's strange how fast time has passed. Didn't I get off the plane yesterday, totally exhausted? That's the way it seems like to me. I had met the whole family on Thanksgiving, which was already seven months ago, and our road trip to Florida over Christmas was so long ago, too. It's just amazing how fast time passes.

Talking about road trips ...

When you're on a road trip, you have plenty of time to think. A few weeks ago after Memorial Day Weekend, I came back from a relatively small trip. On Sunday morning we drove from Chicago to Alma, Michigan, where the "City of Chicago Pipe Band", the band my host sister plays in, competed against other bands in the region during the "Highland Games" and won in their grade.
Then we drove to Empire, Michigan, where we watched the sunset over Lake Michigan and then continued our trip to Ludington, Michigan to stay in a hotel. On Monday morning we drove back to Chicago. On the way, we stopped at the "Silver Dunes," where we went on a buggy tour and later had lunch in St. Joseph before returning to Chicago through rainy weather (with tornado warning!) in Indiana.

Since then I have experienced so much more, I had my last day of school, Prom and at graduation, I was at least allowed to be there as a member of the choir. We've seen a few plays, I've started to learn how to play tennis, and just today have we been amazed by a "mind reader". I could just go ahead and list everything that has happened since my last blog post, but it is too difficult to remember everything (and probably boring to put everything down) and it's also hard to find time and motivation to write (11 at night + a touch of inspiration + a blog post started a month ago). My host family keeps me busy for my last days so that I hardly know when to find the time to pack my suitcase. The whole suitcase packing makes everything become "real" for me, so I procrastinate it until the end. I will bring new things and new experiences in my once familiar environment. Will it be easy to weave the new into the once familiar? To continue again where I left off? It's a lot of what I'm thinking about right now and I think many other exchange students share those thoughts. But this jumble of endless questions just does not stop spinning. And again, I should just sit back and see what's coming, not thinking about Monday or the eight-hour flight. So far everything has worked out that way and it will continue to work out that way :).

I've often been asked if I would be excited to fly home or be sad about leaving Chicago. Both statements are true. On the one hand, I can not wait to fly home to see my family and friends, my city and my school (I mean what I say), while on the other hand, I find it hard to leave my second home, my second family and my new friends. I know that it will be a big change, but I will adapt to that, too. These experiences and memories will accompany me throughout my life and have changed me in many ways. It may be that other people perceive the changes as less significant than I do, but I will know that they are there.


A brief overview of more or less obvious changes / personal disclosures:


1. Hair is shorter (though I never liked to cut my hair before)

2. Yoga has become an important part of my life 

3. I love cats  :')

4. I need good public transport or a car + driver's license

5. I can cook and do this without burning down the house

6. If I really want something, then I will not stop working until it is done + Giving up is not an option

7. Analyzing literature can actually be fun

8. Going to bed before 10 pm on a school night can work wonders

9. There are math teachers who love their profession and also show it to the students

10. I now have a dozen new destinations on my to-do list (Tunisia, Ghana, Switzerland, ...)


I thank all those who have walked this way with me and who have always supported me, whether here in Chicago or from Germany! That would not have been possible without you! A thank you to my host family, my AFS liaison, the most lovely AFS students, the AFS volunteers, all of my teachers at WY,  my friends and all the people that I have met on the way. You have made this year become a unique and great experience for me and I hope to see you again!


Last greetings from Chicago!

Sarah

June 25 - flight ORD - IAD
June 26 - flight IAD - FRA
June 27 - flight FRA - TXL


    

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